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--Xue Qing W.

...Ich habe in der Stunde meinen Körper nicht trainiert, sondern besser kennengelernt. Ich spürte, dass Raum, Ordnung und Ruhe, die der Körper eigentlich von Natur aus besitzt, wieder zu mir zurück kamen.“

Warum Feldenkrais?

Frederico T.

„Seit ich mit dem Tanzen angefangen habe, habe ich mich an die Schmerzen in meinem Körper, besonders in den Hüftgelenken und im unteren Rücken gewöhnt. Jedoch wurde dieses Jahr der Schmerz in meinen Hüftgelenken sehr intensiv und fast unerträglich. Als ich zum Arzt gegangen bin, wurde der Anfang einer Arthrose entdeckt. Da ich mich nicht einer physiotherapeutischen Behandlung unterziehen wollte, habe ich beschlossen, das Feldenkrais Angebot anzunehmen.

In der allerersten Sitzung konnte ich einen enorme Veränderung in meiner Hüfte und meiner Hüftmobilität spüren. Ich hatte das Gefühl, dass meine Knochen in meinen Gelenken besser „gleiten“ konnten und dass mein Körper insgesamt mehr "verbunden" war. Ich wurde mir meines Körpers im ganzen sehr bewusst, die Integration fühlte sich sehr gut an.

...Was den ständigen Schmerz in meinen Hüftgelenken angeht, konnte ich sehr glücklich sagen: sie waren wirklich weg. Ich habe mich immer gefragt, wie es sich anfühlen würde, einen Körper frei von Schmerzen zu haben – wie ein Baby. Dieses Gefühl konnte ich für ein paar Wochen, bis zu meiner nächsten Sitzung, behalten.“

Xue Qing W.

Am Ende des Jahres 2019 bekam ich starke Rückenschmerzen. Alle Untersuchungsergebnisse beim Arzt waren normal, man fand keine direkte Ursache für meine Symptome. Zwei Monate Physiotherapie haben nicht geholfen. Danach habe ich viele unterschiedliche Methoden ausprobiert und schließlich auch Muyi gefragt, ob sie mir mit der Feldenkraismethode helfen könnte. 

Die Stunde war für mich schön und meditativ. Ich fühlte mich entspannt und spürte keinen Druck, aktiv mitmachen zu müssen. Ich nahm die Aufmerksamkeit, Sensibilität und Offenheit von Muyi deutlich wahr. Sie leitete die Stunde sehr in Augenhöhe mit mir und gab mir ein vertrautes Gefühl nicht nur mit ihr, sondern auch mit mir selbst. Alles passierte in einer natürlichen Art und Weise. Ein kleines Beispiel: Als Muyi meinen linken Arm bewegt hat, spürte sie sehr achtsam meinen Reaktionen nach während sie die Bewegung weiterführte, so dass ich das Gefühl hatte, dass mein Körper ganz von selbst aktiv wird und Muyi diesen Prozess nur unterstützt hat. 

Es war wie ein schönes non-verbales Gespräch: durch die vertraute Atmosphäre war mein Körper sehr entspannt und fing an zu erzählen. Sein Gegenüber hörte aufmerksam zu, antwortete und fragte nach – ohne Worte sondern nur durch sanfte Bewegung. Ich habe in der Stunde nicht meinen Körper trainiert, sondern besser kennengelernt. Ich spürte, dass Raum, Ordnung und Ruhe, die der Körper eigentlich von Natur aus besitzt, wieder zu mir zurück kamen.

Daniel K.

Ich bin groß und schlank. Mir fehlt oft ein starkes Zentrum, aus dem heraus mein Körper agieren kann. Das führte immer wieder zu einem Gefühl der Haltlosigkeit bzw. einer großen Anstrengung, um diesen Halt im Körper durch Training aufzubauen. Außerdem habe ich eine Vergangenheit als Sportler, die mir neben viel Gutem auch eine Verletzung geschenkt hat. 

Mein Körper hat sich dadurch ein Muster angeeignet, sich auf diesen Zustand festgeschrieben. Ich selbst sehe meinen Körper oft vorrangig durch den Filter eben dieser Verletzung. 

Nach der ersten Feldenkraisstunde war ich fast erschrocken darüber, wie mühelos mein Körper sich aufrichten wollte. Mein Rücken, der sich ansonsten im Sitzen gerne mal in eine Krümmung stiehlt und den ich dann mit konkreter Muskelspannung immer wieder begradige, fiel quasi von selbst und dankbar in die aufrechte Haltung. Ein Gefühl, als suchten sich die Einzelteile im Körper gerade wieder ihren optimalen Platz. Dazu war mir in jenem Moment jede kleine Bewegung sehr präsent. Ein Nullpunkt sozusagen, von dem aus jede Bewegung etwas Großes bedeutet, vielleicht wie zum ersten Mal ausgeführt wird. 

Diese sehr konkreten Eindrücke versuche ich seither, nach jeder Stunde etwas länger zu behalten, sie auch selbst herzustellen und im Alltag präsent zu halten. 

 

Diese Naivität dem Körper gegenüber ist denn auch das, was Feldenkrais für mich bisher ausmacht. 

Die eigene Meinung über den Körper aufzugeben. Ihm zuzugestehen, dass dieser sich selbst gut kennt. Ihm dadurch die Chance zu geben, sich neu zu definieren. In einer Art via negativa eben nicht durch Krafttraining Muskelgruppen aktiv zu steuern, sondern loszulassen und den Körper sich wie neu gewürfelte Bausteine zusammensetzen und seine eigene Kraft finden zu lassen.